Barack Obama
Barack Hussein Obama, Jr. (geboren am 4. August 1961 in Honolulu, Hawaii) ist ein amerikanischer Politiker (Demokrat), Jurist und Kandidat der Demokratischen Partei für US-Präsidentschaftswahl. Er wurde 2004 für Illinois in den Senat gewählt und ist damit der aktuell einzige und insgesamt der 5. farbige (afroamerikanische) Senator in der US-Geschichte.
Obamas Kindheit und Jugend
Barack Obama wurde in Honolulu als Kind von Stanley Ann Dunham (1942–1995) und Barack Obama Senior (1936–1982) geboren. Der Vater, ein Angehöriger des Luo-Volks, stammte aus Alego, Kenia, die Mutter, eine weiße US-Amerikanerin, aus Wichita, Kansas. Die Eltern lernten sich als Studenten am East-West-Center an der Universität von Hawaii in Manoa kennen. Sie heirateten auf Hawaii in einer Zeit, als in Teilen der USA Ehen zwischen Schwarzen und Weißen noch verboten waren.
1963 ließen sich seine Eltern scheiden. Sein Vater setzte seine Studien an der Harvard Universität fort. Seine Mutter heiratete damaligen Studenten und späteren Ölmanager aus Indonesien und zog mit Obama nach Jakarta, die Heimat ihres neuen Ehemannes. Barack Obama besuchte dort 4 Jahre lang örtliche Schulen, zuerst eine katholische, danach eine staatliche. In Jakarta wurde seine Halbschwester Maya geboren. Auch von Vaterseite hat Obama mehrere Halbgeschwister, wovon eine Halbschwester in Deutschland (Heidelberg) studiert hat. Fälschlich wurde in amerikanischen Medien berichtet, Obamas Vater hätte seinen Sohn streng muslimisch erzogen und diese habe in Indonesien eine radikalislamische Schule besucht. Obamas Vater war jedoch tatsächlich kein praktizierender Muslim, sondern Atheist. Die angeblich radikale islamische Schule ist nachgewiesenermassen eine indonesische Staatsschule, an der Kinder unterschiedlicher Religionen gemeinsam lernen. Im Alter von 10 Jahren sah Barack Obama seinen leiblichen Vater zum letzten Mal.
1971 kehrte er nach Hawaii zurück, wo ihn seine Großmutter aufzog. Sie schulte ihn in die fünfte Klasse einer renommierten Privatschule (Punahou School) ein. Obama schloss dort 1979 seine High-School-Abschluss mit Auszeichnung ab.
Studium und Beruf
Obama studierte zwei Jahre am Occidental College in Los Angeles, Kalifornien, und wechselte dann an die Columbia University in New York. Nach seinem BA-Abschluss in Politikwissenschaften arbeitete er ein Jahr lang für das Wirtschaftsberatungsunternehmen Business International Corporation (New York). 1985 wechselte er nach Chicago, wo er für eine gemeinnützige Organisation arbeitete. Anschliessend studierte er 3 weitere Jahre Rechtswissenschaft an der Harvard Law School und wurde dort als erster Farbiger zum Präsidenten der Fachzeitschrift Harvard Law Review gewählt. 1991 machte Obama seinen Abschluss mit Magna cum laude.
Er kehrte 1992 nach Chicago zurück und arbeitete ab 1993 in der auf Bürgerrechte spezialisierten Kanzlei Miner, Barnhill and Galland. Zusätzlich lehrte er bis zu seiner Wahl in den US-Senat 2004 Verfassungsrecht an der University of Chicago.
Der Landespolitiker
In der Politik des Bundes-Staates Illinois wurde Obama 1992 aktiv. In Chicago organisierte er eine Kampagne zur Wählerregistrierung in der afro-amerikanischen Gemeinschaft, um die Wahlkampagne des unter Schwarzen sehr beliebten Bill Clinton zu unterstützen. Hierbei mobilisierte er mehr als 150.000 Wähler. 1996 wählte ihn der südliche Wahlkreis von Chicago in den Senat des Bundesstaates Illinois. Obama übernahm den Vorsitz eines Ausschusses für öffentliches Gesundheitswesen und Wohlfahrt.
Während seiner Abgeordneten-Tätigkeit galt Obama als Links-Liberaler und als Sozialpolitiker. Er wirkte mit an einer Gesetzesinitiative, welche Hilfen für arme Familien vorsah, und arbeitete an einer Vorlage zur Unterstützung von Menschen ohne eigene Krankenversicherung. Er unterstützte Organisationen für Schwule und Lesben und setzte eine Aufstockung der Mittel zur Aids-Bekämpfung durch.
2000 unterlag er gegen Mandatsinhaber Bobby Rush bei den Vorwahlen für das US-Repräsentantenhaus in Illinois. Rush argumentierte mit dem Hinweis auf Obamas Unerfahrenheit und erhielt die Mehrheit (61 %) der Stimmen, Obama erhielt 30 %. 2002 wurde Obama ohne Gegenkandidat in den Senat von Illinois wiedergewählt. Er initiierte ein Gesetz, das die Polizei verpflichtet, Verhöre auf Video aufzunehmen, die bei Anklagen auf Todesstrafe verwendet werden sollen. Außerdem setzte er durch, Krankenversicherungen zu zwingen, Kosten für vorbeugende Mammografie-Untersuchungen zu übernehmen.
Rückblickend auf seine Karriere im Senat von Illinois anerkannte ein Artikel der bekannten Washington Post, dass es Obama gelang, für seine Pläne Koalitionen mit seinen politischen Gegnern zu bilden. Obgleich er mit der Polizeigewerkschaft (Fraternal Order of Police) über viele politische Gesetzes-Initiativen uneinig gewesen war, lobte diese ihn für seine Unterstützung von Waffenkontrollgesetzen und seine Bereitschaft Kompromisse einzugehen.
Obama trat auch für unpopuläre Überzeugungen ein. So kritisierte er bereits im Herbst 2002 als Redner auf Anti-Kriegs-Kundgebungen die Vorbereitung zum Krieg gegen den Irak. In jener Zeit befürwortete sowohl die Mehrheit der Bevölkerung als auch von Obamas Parteikollegen die Pläne der Bush-Regierung in diesem Aspekt ihrer Politik. Obama war ein Vertreter der Irak-Resolution des Kongresses, welche den Krieg und die Vorbereitungen dazu missbilligte.
US-Senat
Vorwahlen
Obama trat 2004 an, um für die Demokratische Partei einen Sitz im US-Senat zu erlangen. Der seinerzeit amtierende Senator Peter Fitzgerald verzichtete auf die Wiederwahl und vier Kongressabgeordnete aus Illinois unterstützten die Wahl Obamas öffentlich, ebenso liberale Demokraten wie der frühere Vorsitzende des Democratic National Committee (David Wilhelm).
Obama führte eine für die Wähler überzeugende Anzeigenkampagne durch und gewann die Vorwahlen 2004 mit 52 % der Stimmen gegenüber den 48 % für alle übrigen Kandidaten. In der von dem Medienberater David Axelrod, welcher später auch eine der Schlüsselfiguren von Obamas Präsidentschafts-Wahlkampf wurde, entworfenen Kampagne versuchte er eine Kontinuitätslinie zwischen legendären Demokraten, wie Chicagos erstem afroamerikanischen Bürgermeister Harold Washington oder dem US-Senator Paul M. Simon und sich selbst herzustellen. Paul Simon nahm kurz vor seinem Tod noch einen Wahlspot für Obama auf. Im Wahlkampf konnte Obamas Team dies als letztes Vermächtnis des Verstorbenen darstellen. Barack Obama hatte die Unterstützung von Paul M. Simons Tochter und den großen Tageszeitungen des Landes, wie der Chicago Tribune und der Chicago Sun-Times.
Wahlkampf für den US-Senat
Nach der gewonnenen Vorwahl trat er gegen den republikanischen Kandidaten Jack Ryan an. Obama lag von Anfang an in den Umfragen vorne. Dieser Vorsprung vergrößerte sich sogar auf 20 Prozentpunkte, nachdem bekannt wurde, dass Ryan einen Assistenten angestellt hatte, Obama 24 Stunden am Tag zu beobachten, alle seine Aktivitäten aufzuzeichnen und Obama gelegentlich durch Zwischenrufe bei Ansprachen zu irritieren. Im Verlauf des Wahlkampfes veröffentlichten die Chicago Tribune und der Fernsehsender WLS-TV kalifornische Gerichtsunterlagen über Ryans Scheidung von der Schauspielerin Jeri Ryan. Diese Unterlagen beschädigten Ryans Stellung in seiner Partei schwer. Aufgrund dessen trat Ryan als Kandidat zurück und überließ Obama damit vorübergehend allein das Feld.
Die Republikaner hatten danach ernste Probleme einen neuen Kandidaten zu finden. Nach langer Entscheidungsfindung fiel die Wahl der Partei auf Alan Keyes. Dies war ein Sieg der konsevativen Kräfte der Partei, denn Keyes war bereits als extrem konservativer Politiker bei seinen (erfolglosen) Kandidaturen zu den US-Präsidentschaftswahlen 1996 und 2000 aufgefallen.
Obamas Wahlkampf war der erfolgreichste eines Nicht-Amtsinhabers bei der Senatswahl. Sein Vorsprung in den Umfragen war so groß, dass er schon früh in andere Staaten reiste, um dort andere demokratische Kandidaten zu unterstützen. Er gab große Teile seines Wahlkampfbudgets an andere Kandidaten und schickte seine Wahlkampfhelfer über die Staatsgrenzen hinweg. Hierdurch wurde auch Melissa Bean geholfen, die Phil Crane bei der Wahl schlug und ihren Wahlkreis damit das erste Mal seit 1935 für die Demokraten gewann. Obama gewann seine Wahl mit 70 % der Stimmen gegen 27 % für Keyes.
Dieser deutliche Sieg ist zu einem Teil dem Verhalten des politischen Gegners zuzuschreiben. Keyes setzte auf einen polarisierenden Wahlkampf: Er beschimpfte unter anderem Homosexuelle, kritisierte Obamas Meinung zu Abtreibungen, sagte Jesus würde Obama nicht wählen und meinte Obama-Wähler würden sich ebanso schuldig machen wie Deutsche, die damals NSDAP gewählt hatten.
Democratic National Convention / Kongress der Demokratischen Partei
Während seines Wahlkampfes für den US-Senat hielt Obama eine Keynote bei der Democratic National Convention 2004 in Boston. Bei der alle vier Jahre stattfindenden Versammlung der Partei wird traditionell der demokratische Präsidentschaftskandidat gekürt und das Parteiprogramm vorgestellt. Obama war erst der dritte Afroamerikaner, dem diese Möglichkeit gegeben wurde. Seine Rede zog daher die bundesweite und sogar internationale Aufmerksamkeit auf sich.
Obama schilderte, wie seine eigene Familie den American Dream erlebt habe, und betonte seinen Glauben an ein offenes Amerika. Sein Großvater habe von den Wohlfahrtsprogrammen der USA profitiert, da er im Zweiten Weltkrieg gekämpft hatte. Er selbst habe große Hoffnungen für die Zukunft seiner Tochter, denn in einem großzügigen Amerika brauche man nicht reich zu sein, um sein Potenzial auszuschöpfen..
Er kritisierte die Kriegsführung der Bush-Regierung im Irak und sprach sich für die nationale Einheit aus:
“There is not a liberal America and a conservative America − there is the United States of America.”
„Es gibt kein liberales Amerika und es gibt kein konservatives Amerika. Es gibt nur die Vereinigten Staaten von Amerika.“
Auch sagte er:
“We worship an awesome God in the Blue States, and we don't like federal agents poking around in our libraries in the Red States. We coach Little League in the Blue States, and yes, we've got some gay friends in the Red States. There are patriots who opposed the war in Iraq, and there are patriots who supported the war in Iraq.”
„Wir verehren einen ehrfurchtgebietenden Gott in den Blue States (demokratisch dominierten Staaten) und wir mögen in den Red States (republikanisch dominierten Staaten) keine Bundespolizei, die in unseren Bibliotheken herumschnüffelt. .... Einige Patrioten waren gegen den Krieg im Irak, andere Patrioten haben ihn unterstützt.“
Nach seinem Auftritt bei der Democratic National Convention galt Obama als der erfolgreichste politische Aufsteiger der Demokraten und war in den Medien häufig präsent. Nach einer Umfrage von Survey USA vom Februar 2006 hatte er seinerzeit mit 71 % die zweithöchste Zustimmungsrate aller US-Senatoren.
Erste Amtszeit im Senat
Obama legte seinen Amtseid für den US-Senat im Januar 2005 ab. In seinen ersten Monaten wendete er viel Zeit auf, sich einzuarbeiten, und verzichtete auf öffentlichkeitswirksame Aktionen. Er zog die Kritik der Parteilinken auf sich, als er Condoleezza Rice als Außenministerin mitwählte. Im März 2005 kündigte er an, ein eigenes Political Action Committee zu gründen, ein relativ früher Schritt.
In den Jahren 2005 und 2006 initiierte Obama 152 Entwürfe und Beschlüsse und unterstützte weitere 427. Seine erste Gesetzesinitiative kündigte er im März 2005 an der Southern Illinois University Edwardsville an. Der Entwurf kam aber nie im Senat zur Abstimmung.
Am 30. Januar 2007 initiierte Obama den Iraq War De-Escalation Act, einen Plan für einen stückweisen Rückzug amerikanischer Truppen aus dem Irak bis zum 31. März 2008.
Obama ist Mitglied der folgenden Ausschüsse im US-Senat: Außenpolitische Beziehungen, Gesundheit, Bildung, Arbeit und Renten, Heimatschutz und staatliche Angelegenheiten und Veteranen-Angelegenheiten.
Offizielle Auslandsreisen von Obama
Senator Obama unternahm während seiner Amtszeit drei Reisen ins Ausland. 2005 besuchte er gemeinsam mit Richard Lugar, dem Vorsitzenden des Senate Foreign Relations Committee Russland, die Ukraine und Aserbaidschan. Vor dem Hintergrund möglicher Terrorangriffe konzentrierte sich die Reise auf Strategien, um die Verbreitung von konventionellen, biologischen und Massenvernichtungswaffen zu unterbinden.
Januar 2006 flog Obama mit einer Delegation des Kongresses in den Nahen Osten und besuchte dort Kuwait, Irak, Israel und die palästinensischen Autonomiegebiete. In Kuwait und Irak besuchte er die US-Truppen, wobei er öffentlich sagte, dass der Konflikt dort nicht militärisch zu lösen sei. In Israel traf er Außenminister Silwan Schalom. In Palästina traf er sich mit Mahmud Abbas. Obama sagte bei diesem Treffen, dass die USA niemals eine Regierung unter Beteiligung der Hamas akzeptieren würden solange diese das Ziel verfolgt Israel zu vernichten.
Seine dritte offizielle Reise führte ihn August 2006 nach Südafrika und Kenia mit Stopps in Äthiopien und dem Tschad. In Kenia besuchte er mit seiner Familie den Geburtsort seines Vaters und wurde von der Bevölkerung enthusiastisch aufgenommen. Um mehr Kenianer von der Notwendigkeit eines HIV-Tests zu überzeugen, ließ sich das Ehepaar Obama in einer kenianischen Klinik selber testen. In der Universität von Nairobi hielt er eine Rede, die landesweit im Fernsehen ausgestrahlt wurde. Obama kritisierte darin die Korruption und die ethnischen Rivalitäten in der kenianischen Politik.
Barack Obamas Präsidentschaftskampagne
Obama wurden Ambitionen für die Kandidatur zur Präsidentschaftswahl 2008 nachgesagt, welche er zunächst dementierte. Am 22. Oktober 2006 jedoch sagte er in einem Fernsehinterview des Senders NBC, er werde nach den Kongresswahlen ernsthaft darüber nachsinnen. Am 16. Januar 2007 erklärte er auf seiner Internetseite, eine Arbeitsgruppe (Exploratory Committee) zu gründen. Diese würde prüfen, ob genug Geld für eine Kandidatur zur Verfügung stünde. Dies ist das übliche Verfahren vor einer offiziellen Anmeldung einer Präsidentschaftskandidatur.
Am 10. Februar 2007 verkündete er vor 18.000 Zuhörern in Springfield (Illinois) seine Präsidentschaftskandidatur (am selben Ort, wo 149 Jahre zuvor der spätere Präsident Abraham Lincoln zur Abschaffung der Sklaverei aufgerufen hatte).
Seit 4. Mai 2007 steht Barack Obama unter dem Personen-Schutz des Secret Service, so früh wie noch kein anderer Präsidentschaftskandidat vor ihm. Hillary Clinton steht bereits seit ihrer Zeit als First Lady unter dem Schutz der Behörde. Die Gründe für die Maßnahmen zum Schutz Obamas wurden nicht veröffentlicht, Senator Dick Durbin ließ aber verlauten, dass er Informationen habe, die um die Sicherheit Obamas fürchten lassen.
Politische Positionen
Barack Obama wurde 2008 vom renommierten National Journal als liberalster Senator 2007 genannt. Das gleiche Blatt hatte 2004 John Kerry zum liberalsten Senator gekürt.
Obama war bereits früh ein Gegner der Irakpolitik von George W. Bush. Schon Herbst 2002, vor Beginn des Irakkriegs, sprach er auf einer Antikriegskundgebung in Chicago:
“I know that an invasion of Iraq without a clear rationale and without strong international support will only fan the flames of the Middle East, and encourage the worst, rather than best, impulses of the Arab world, and strengthen the recruitment arm of al-Qaeda. I am not opposed to all wars. I'm opposed to dumb wars.”
„Ich weiß, dass eine Invasion im Irak ohne klare Begründung und ohne starke internationale Unterstützung nur die Feuer des Mittleren Ostens anfachen wird, die schlechtesten, nicht die besten, Impulse der arabische Welt fördern wird und den Rekrutierungsarm der al-Qaida stärken wird. Ich bin nicht gegen alle Kriege. Ich bin gegen dumme Kriege.“
Im November 2006 sprach sich Obama für einen „phasenweisen Rückzug der US-Truppen aus dem Irak“ und das Eröffnen eines diplomatischen Dialogs mit Syrien und dem Iran aus. März 2007 sagte Obama, dass, obwohl die USA „keine Option, einschließlich militärischer Handlungen, vom Tisch nehmen“ sollten, „anhaltende und energische Diplomatie kombiniert mit harten Sanktionen die primären Mittel“ sein sollten, um den Iran an der Herstellung nuklearer Waffen zu hindern. Seine Strategie zur Bekämpfung des internationalen Terrorismus vorstellend sagte Obama im August 2007, es sei ein „schrecklicher Fehler“ gewesen, nichts gegen ein Treffen von Al-Kaida-Führern im Jahr 2005 unternommen zu haben, welches US-Geheimdienste bestätigt hatten. Er sagte, er ließe als Präsident eine solche ähnliche Möglichkeit nicht ungenutzt, sogar ohne die Unterstützung der pakistanischen Regierung.
Obama fordert nachdrücklichere Handlungen, um den Völkermord in Darfur (Sudan) zu bekämpfen. Obama desinvestierte 180.000 Dollar seiner privaten Anlagen, die in Verbindung mit dem Sudan gebracht werden konnten, und verlangte dasselbe von im Iran tätigen US-Firmen. Ausserdem sprach sich Obama für eine nach außen gerichtete Post-Irakkrieg-Außenpolitik und die Erneuerung der diplomatischen und moralischen Führungsrolle in der Welt und des amerikanischen Militärs aus. Mit dem Satz „wir können uns weder aus der Welt zurückziehen noch versuchen, sie in die Unterwerfung zu schikanieren“ verlangte er von den Amerikanern, dass sie „in der Welt führen sollen, in der Tat und als Vorbild“.
Im Juni 2007 attackierte Barack Obama die Religiöse Rechte (Christian Right) und warf ihr vor, „den Glauben entführt zu haben und ihn dazu zu missbrauchen, Christen gegeneinander aufzubringen“.
Obamas Kulturelle und politische Erscheinung
Unterstützer und Kritiker haben Obamas populäres Bild einer neutralen Person verglichen, auf die sie ihre persönlichen Geschichten und Aspirationen projizieren können. Obamas eigene Geschichten über die Herkunft seiner Familie bekräftigen, was das Magazin The New Yorker im Mai 2004 in einem Artikel mit Jedermann-Bild beschrieb. In seinem Buch Dreams from My Father verknüpft er seine mütterliche Familiengeschichte mit möglichen indianischen Vorfahren und einer entfernten Verwandtschaft zu Jefferson Davis, dem Präsidenten der Konföderierten Staaten von Amerika während des Sezessionskriegs. Während einer Ansprache an eine ältere jüdische Gemeinde während seiner Kampagne für den US-Senat im Jahre 2004 verband Obama seinen ostafrikanischen Vornamen Barack mit dem hebräischen Wort Baruch, welches gesegnet bedeutet. In einem Interview im Oktober 2006 in der Sendung von Oprah Winfrey unterstrich Obama seine vielfältigen ethnischen Wurzeln: „Michelle wird Ihnen sagen, dass wenn wir an Weihnachten oder Thanksgiving zusammenkommen, es wie eine Art kleiner Vereinter Nationen ist“, sagte er. „Ich habe Verwandte, die aussehen wie Bernie Mac, und ich habe welche, die aussehen wie Margaret Thatcher. Wir haben alles.“
Mit seinem kenianischen Vater und seiner weißen amerikanischen Mutter, seiner Erziehung in Honolulu und Jakarta und der Ausbildung an einer der Ivy-League-Hochschulen unterscheidet sich Obama deutlich von den anderen Afroamerikanern, die ihre Karriere in den 1960er Jahren durch ihre Teilnahme an der Bürgerrechtsbewegung begannen.
Während seiner ersten Kampagne für den US-Kongress im Jahre 2000 belasteten Obama zwei Rivalen, indem sie ihm vorwarfen, dass er nicht genügend in der schwarzen Gemeinschaft von Chicago verwurzelt sei. Im Januar 2007 warnte die Autorin von „The End of Blackness“, Debra Dickerson, davor, günstige kulturelle Einflüsse aus dem politischen Aufstieg Obamas abzuleiten.
Auf die Frage, ob er schwarz genug sei, antwortete Obama im August 2007 bei einem Treffen der National Association of Black Journalists, dass die Debatte über seine physische Erscheinung oder seinen Leumund für schwarze Wähler verfehlt sei: „Was es wirklich bloßlegt, ist die Tatsache, dass wir immer noch in der Stimmung sind, dass wenn man für Weiße ansprechbar ist, mit einem etwas nicht stimmen könne.“
In einer Meinungskolumne der Washington Post vom März 2007 von Eugene Robinson wurde Obama charakterisiert als die Personifizierung von both-and (sowohl-als auch), als ein Bote, der entweder-oder ablehnt, und jemand, der die Nation jenseits der kulturellen Kriege der 1960er Jahre bringen könnte.
In Anspielung auf die Inaugurationsrede von Präsident John F. Kennedy sagte Obama wegen seines jugendlichen Images bei einer Rede im Oktober 2007: „I wouldn’t be here if, time and again, the torch had not been passed to a new generation.“
Barack Obamas Privatleben
Barack Obama ist seit 1992 mit Michelle Obama (* 1964) verheiratet, die ebenso wie er an der Harvard Law School studierte und selbst in der öffentlichen Verwaltung von Chicago tätig ist. Sie lernten sich in der Anwaltskanzlei kennen, in der Michelle nach ihrem Abschluss 1988 arbeitete und dem jungen Praktikanten Barack Obama als Tutorin zugeteilt war. Sie haben zwei gemeinsame Töchter. Barack Obama lebt mit seiner Familie in Chicago.
Obwohl er nach eigenen Angaben nicht religiös aufgezogen wurde, gehört Obama seit seiner Zeit als Mitarbeiter einer gemeinnützigen Organisation in Chicago der United Church of Christ an. Für die Präsidentschaftskampagne und seiner Frau zuliebe versucht Obama mit dem Rauchen aufzuhören.
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